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Bandscheibenvorfall: Schmerzen lindern

Ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich kann starke Schmerzen auslösen, wenn der ausgetretene Gallertkern der Bandscheibe auf die Nerven drückt oder eine Nervenwurzel reizt. Der Schmerz kann lokal auftreten oder in die Extremitäten wie z.B. Gesäß oder Bein und bis in die Füße ziehen. Das Bein oder andere Körperteile können unter Umständen auch kribbeln oder sich taub anfühlen. Auch ich hatte während der Akutphase meines Bandscheibenvorfalls mit starken Schmerzen im Rücken und vor allem im Gesäß und Bein zu kämpfen. Meine Erfahrungen dazu könnt ihr hier nachlesen. Ich hätte mir nie vorstellen können, wie stark Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall tatsächlich sein können. Über Wochen und Monate drehte sich ein Großteil meines Lebens nur um meinen Schmerz. Ich möchte euch daher hier zeigen, was mir geholfen hat, meine akuten Schmerzen zu lindern. Ich hoffe, ich kann euch mit einigen Tipps vielleicht helfen. Viel Spaß beim Lesen.

Hinweis: Bei den hier beschriebenen Tipps geht es vorrangig um das Lindern von akuten Schmerzen durch Sofortmaßnahmen, weniger um das langfristige und präventive Lindern von Schmerzen durch z.B. Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie (MTT) oder Krafttraining usw.

Schmerzen lindern durch Stufenlagerung

Bei akuten Rückenschmerzen, z.B. infolge eines Bandscheibenvorfalls, kann es helfen, die sogenannte Stufenlagerung einzunehmen. Dazu legt man sich auf den Rücken und legt die Beine zum Beispiel auf einem Stuhl ab. Die Oberschenkel bilden dabei mit den Unterschenkeln einen rechten Winkel. Insbesondere bei schmerzhaften Muskelverspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule kann die Stufenlagerung entlastend wirken.

Zum Hochlagern der Beine können alle möglichen Alltagsgegenstände wie z.B. Stühle, Hocker, die Couch usw. zum Einsatz kommen. Es gibt aber auch spezielle Stufenlagerungswürfel, die sich auch sehr gut für die Couch oder das Bett eignen.

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Ein Bandscheibenwürfel bewirkt sicherlich keine Wunder, kann aber während akuten Schmerzepisoden für kurze Phasen der Entlastung sorgen und die Schmerzen lindern. Er ist aus meiner Sicht daher auf jeden Fall ratsam. Mir persönlich hat er auf jeden Fall geholfen.

Schmerzen lindern durch einen Lesekeil

Wer schon mal einen Bandscheibenvorfall hatte oder gerade hat, weiß: liegen mit einem Bandscheibenvorfall ist blöd. Man findet oft keine gute Position, in der man schmerzfrei zur Ruhe kommen kann. Seitlich, auf dem Bauch oder auf dem Rücken. Alles irgendwie doof und tut weh. Und in der Stufenlagerung kann man ja auch nicht den ganzen Tag verbringen. Wie also tun? Nach einigem Herumprobieren stellte ich bei mir fest, dass ich ganz gut auf dem Bauch liegen konnte, wenn mein Oberkörper erhöht lag. Aufmerksam wurde ich auf diese Position im Buch „Bandscheiben-Aktivprogramm„. Dort wird ein Lese- bzw. Liegekeil empfohlen. Ein solcher Keil wurde eines meiner liebsten Hilfsmittel, um die Schmerzen, die mein Bandscheibenvorfall verursachte, zu lindern.

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Ich bin mir bis heute nicht so ganz sicher, warum diese Position gegen die Schmerzen bei meinem Bandscheibenvorfall geholfen hat. Ich vermute, dass durch die Krümmung der Wirbelsäule die Bandscheibe und damit den komprimierten Nerv entlastete. Einen Versuch ist ein solcher Lesekeil aus meiner Sicht allemal Wert.

Schmerzen lindern durch Wärme

Wärme hilft sehr gut bei muskulären Verspannungen. Da bei einem Bandscheibenvorfall immer auch die umliegende Muskulatur verkrampft und so ein Teil der Schmerzen entstehen, kann Wärme diese Spannungs-Schmerzen sehr gut lindern. Wärme regt die Durchblutung in der Haut an und lockert so die versteifte Rückenmuskulatur. Es gibt verschiedene Wärme-Anwendungen: Fango- und Moorpackungen oder Rotlicht. Ich verwende grundsätzlich beide Wärmebehandlungen. Manchmal bevorzuge ich die feuchte Wärme eines Moorkissens, manchmal die tiefgehende Wärme einer Rotlichtlampe.

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Grundsätzlich hilft Wärme bei mir sehr gut, um temporär den Schmerz zu lindern. Um einen noch größeren Effekt zu erzielen, kann man die Wärmebehandlung auf einem Moorkissen auch mit der Stufenlagerung kombinieren, um einen noch größeren Effekt zu erzielen.

Schmerzen lindern durch Reizstrom

Ein Reizstromgerät oder Tensgerät stimuliert mit winzigen Stromstößen Nerven bzw. Muskeln. Ich lernte dieses Verfahren während meiner Reha kennen und habe gute Erfahrungen damit gemacht. Die Schmerzen, die mein Bandscheibenvorfall verursachte, konnte ich so tatsächlich ganz gut lindern. Ich besorgte mir ein einfaches Gerät für die Anwendung zuhause.

Die Anwendungsfälle für ein Reizstromgerät sind vielseitig. Bei mir ging es darum, die Nerven im Lendenwirbelbereich und Bein zu stimulieren und somit meine Rückenschmerzen  und den ausstrahlenden Schmerz im Bein – verursacht durch einen Bandscheibenvorfall – zu lindern.

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Die Anwendung ist an sich recht einfach. Die Kontakte werden im betroffenen Bereich aufgeklebt und ein passendes Programm in der richtigen Intensität ausgewählt. Bei dem dargestellten Reizstromgerät empfiehlt es sich auf jeden Fall, vorher die Bedienungsanleitung zu lesen. Die Bedienung ist nicht allzu intuitiv.

Gerade wenn man unter akuten Schmerzen leidet und nicht wieder zu Schmerzmitteln greifen möchte, ist ein Reizstromgerät auf jeden Fall einen Versuch wert. Nachteil: Es ist zeitintensiv und empfiehlt sich daher am ehesten für die Anwendung am Abend nach der Arbeit oder an freien Tagen.

Schmerzen lindern durch Progressive Muskelentspannung

Rückenschmerzen entwickeln sich oft auch aus Verspannungen der Rückenmuskulatur, auch bei Bandscheibenvorfällen. Deshalb sind Entspannungstechniken für den Rücken wichtig – zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Ich gebe zu, ich habe etwas gebraucht, um die Wichtigkeit von Entspannung für mich zu erkennen. Ich kann nicht gut entspannen. In der Reha schenkte ich der Entspannungsgruppe keine Beachtung und schwänzte sie sogar sehr häufig. Ich ging lieber ins Training. Das war rückblickend ein Fehler. Irgendwann erkannte ich, dass es für mich umso wichtiger ist, eine Technik zu erlernen, die es mir erlaubt, angeleitet zu entspannen. Das Prinzip der Progressiven Muskelentspannung geht in etwa so:

Im Training werden anfangs nacheinander gezielt 16 verschiedene Muskelgruppen etwa 5 bis 7 Sekunden lang angespannt und 4 bis 30 Sekunden lang wieder entspannt. Berücksichtigt werden dabei alle großen Muskelgruppen, wobei die unteren Rückenmuskeln bei Rückenschmerz-Patienten speziell beachtet werden sollten. Wichtig ist, die An- und Entspannungsprozesse jeweils genau zu verfolgen und die Unterschiede zwischen beiden Zuständen zu fühlen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.

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Durch die Progressive Muskelentspannung konnte ich ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie verspannt ich eigentlich bin und ein definiertes Verfahren einüben, um mich zu entspannen. Mir hat es auf jeden Fall dabei geholfen, meine Schmerzen infolge des Bandscheibenvorfall zu lindern.

Schmerzen lindern durch gute Schuhe

Sicherlich können Schuhe keinen Bandscheibenvorfall heilen. Meine Erfahrungen haben mir aber gezeigt, dass man das Thema Schuhe nicht vernachlässigt werden sollte. Durch unsere Schuhe können wir unseren Füßen und damit auch unserem Rücken einiges Gutes tun, denn wir tragen sie meist den ganzen Tag. Das birgt aber auch die Gefahr, dass wir uns durch falsche oder schlechte Schuhe selbst schaden können.

Nachdem ich gemeinsam mit meinem Therapeuten festgestellt hatte, dass mein Fußgewölbe am linken Fuß nicht allzu gut ausgeprägt war, bin ich als Sofortmaßnahme Schritt für Schritt auf Barfußschuhe umgestiegen, um meine Füße zu trainieren und konnte dadurch gute Erfolge erzielen, die sich auch auf meinen Rücken ausgewirkt haben. Dem Thema Barfußschuhe habe ich einen eigenen Bereich auf meiner Seite gewidmet.

Ich persönlich bevorzuge Barfußschuhe von Wildling und Vivobarefoot.

Schmerzen lindern durch Übungen

Auch in einer akuten Schmerzphase können Übungen die Schmerzen eines Bandscheibenvorfalls lindern. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einer Kombination aus Physiotherapie und gezielten Übungen zur Stärkung der segmentalen Muskulatur der Lendenwirbelsäule und des Cores gemacht. Besonders zu nennen sind hier die Goldenen Drei, die Stuart McGill in seinem Buch Rücken-Reparatur beschreibt: Seitstütz, Bird-Dog und der Curl-Up. Probiert es mal aus. Für mich war das Buch ein Augenöffner.

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Schmerzen lindern durch (zügiges) Gehen

Gehen kann bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule oder anderen Rückenschmerzen helfen, die Schmerzen zu lindern. Bei mir hat es sehr gut gewirkt. Wichtig war für mich, dass ich zügig gehe. Langsames Gehen hatte für mich keinen positiven Effekt, ganz im Gegenteil. Es verstärkte meinen Schmerz sogar noch.

Während der akuten Phase meines Bandscheibenvorfalls war ich von Anfang an viel draußen unterwegs, auch schon während meines Krankenhausaufenthalts. Anfangs gingen nur kurze Strecken. Mit der Zeit konnte ich die Distanz aber immer weiter steigern. Die Zeit an der frischen Luft tat mir gut und vertrieb düstere Gedanken. Die Bewegung lockerte die extrem verspannte Rückenmuskulatur und mobilisierte mein blockiertes ISG.

Wenn euch das Gehen guttut, solltet ihr es auf jeden Fall in euer tägliches Programm mit aufnehmen. Ideal sind zweimal zwanzig Minuten zügiges Gehen am Tag.

Aber Achtung: Wenn man merkt, dass das Gehen den Schmerz verstärkt, sollte man vorsichtig sein. Niemals über die Schmerztoleranz hinaus laufen und immer auf den eigenen Körper hören.

Schmerzen lindern durch Ablenkung

Entziehe deinem Schmerz die Aufmerksamkeit! Was nach einem platten Ratschlag klingt, hat mir persönlich sehr gut weitergeholfen, um meine Schmerzen während der Akutphase meines Bandscheibenvorfall zu lindern. Wenn man starke Schmerzen hat, neigt man dazu, all sein Denken auf den Schmerz zu richten. Das führt dazu, dass man Schmerzen intensiver wahrnimmt und sich der Schmerz in der subjektiven Wahrnehmung sogar verstärkt.

Auch wenn es schwer fällt: Man darf nicht aufgeben und untätig werden. Vielmehr sollte man so aktiv wie möglich bleiben und seine Aufmerksamkeit auf schöne Dinge richten: Spazieren gehen, ein Buch lesen, mit den Kindern spielen, egal was, hauptsache, man fokussiert sich nicht auf seinen Schmerz.

Wenn der Schmerz mal zu stark sein sollte, um tagsüber in Bewegung zu bleiben, helfen Fantasiereisen, Erinnerungen o.ä. sich abzulenken.

Last but not least: Schmerzen lindern durch Schmerzmittel

Zugegeben: Kein wirklich guter Tipp. Aber: Wenn nichts mehr geht, sollte man nicht zögern, auch mal Schmerzmittel zu nehmen, um die Schmerzen wenigstens für eine kurze Zeit zu lindern. Viele Menschen nehmen erst viel zu spät Schmerzmittel und ertragen zu viele Schmerzen. Dadurch läuft man allerdings Gefahr, dass sich Schmerzen chronifizieren.

Ich hatte in meiner Akutphase Glück. Meine Schmerzen war zwar stark, ich brauchte aber keine starken Schmerzmittel. Mir half Diclofenac sehr gut. Wenn ich starke Schmerzen hatte, konnte ich die Tage ganz gut mit Voltaren Dispers überbrücken.

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