Triggerpunktbehandlung bei Bandscheibenvorfall

Mit 36 Jahren erlitt ich infolge einer unachtsamen Bewegung beim Krafttraining einen sequestierten Bandscheibenvorfall L5/S1. Meine zunächst nur mäßigen Schmerzen eskalierten innerhalb von einigen Wochen derart, dass ich mich schlussendlich ins Krankenhaus begeben musste. Obwohl mir ein Arzt dringend zu einer Bandscheiben-Operation riet, entschied ich mich für eine stationäre konservative Therapie im Krankenhaus. Ich wollte die Operation an der Wirbelsäule unbedingt vermeiden.

Nachdem ich im Krankenhaus die größten Schmerzen mithilfe von CT-PRT-SPRITZEN in den Griff bekommen konnte, war der Weg frei für die weitere Therapie meines Bandscheibenvorfalls. Die größten Probleme nach der Akutphase bereiteten mir extreme Muskelverspannungen im Gesäß. Insbesondere der Piriformis-Muskel war betroffen und reizte meinen Ischias-Nerv.

In der Reha im Anschluss an meinen Krankenhausaufenthalt wurde ich durch eine meiner Physiotherapeuten mithilfe der Triggerpunktbehandlung behandelt. Das war zwar extrem unangenehm und mitunter auch sehr schmerzhaft. Die Fortschritte, die ich mit dieser Methode erzielen konnte, waren aber groß.

Was die Triggerpunktbehandlung eigentlich ist, wie sie funktioniert und wie man sie zuhause selbständig durchführen kann, darum geht es auf dieser Seite.

Was ist ein Triggerpunkt?

Ein Triggerpunkt ist einfach ausgedrückt eine Verhärtung im Muskelgewebe. Man kann ihn häufig durch Tasten als kleines Knötchen ausfindig machen. Er reagiert bei Druck schmerzhaft. Die Schmerzen, die der Triggerpunkt auslöst, können sowohl lokal auftreten als auch in andere Körperregionen ausstrahlen bzw. übertragen werden. Man spricht in diesem Fall von der sog. Schmerzübertragung. Das Auslösen dieser übertragenen Schmerzen wird auch als „Triggern” bezeichnet, was dem Triggerpunkt seinen Namen verleiht.

Vereinfacht betrachtet entstehen Triggerpunkte als Verspannung bzw. Verkürzung im Muskel (Myo) bzw. der ihn umgebenden Faszie (faszial). Man spricht daher auch häufig von myofaszialen Triggerpunkten. Durch eine fehlende Entspannung der Muskelfasern verkürzt sich der Muskel und es entstehen Verknotungen.

Je nachdem wo sich die Triggerpunkte befinden, können sie unterschiedlichste Schmerzen in verschiedenen Körperregionen auslösen:

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Hüftschmerzen

Neben Schmerzen werden Triggerpunkten aber auch andere Auswirkungen zugeschrieben. So wird vermutet, dass sie unter anderem auch neurologische und körperliche Symptome auslösen können.

Die Entstehung von Triggerpunkten ist nicht abschließend geklärt. Verschiedene Studien weisen daraufhin, dass es bestimmte Faktoren gibt, die die Entstehung von Triggerpunkten begünstigen:

  • Einseitige Bewegungen oder Haltungen
  • Falsche Bewegungen oder Bewegungsmuster
  • Überlastung
  • Zu wenig Bewegung
  • Verletzungen oder Traumata
  • Ernährung

Wie können Triggerpunkte behandelt werden?

Triggerpunkte können mit ganz unterschiedlichen manualtherapeutischen und invasiven Methoden behandelt werden. Häufig können diese auch untereinander kombiniert werden. Im Folgenden erwähne ich nur die vier gängigsten Behandlungen. Eine vollständige Übersicht findet man ausführlich im Standardwerk zum Thema Triggerpunkte, dem Referenzbuch Triggerpunktbehandlung von Simeon Niel-Asher

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Triggerpunktmassage

Der Therapeut übt mit den Fingern, dem Ellenbogen oder einem Massagestock längere Zeit Druck auf den Triggerpunkt aus. Unterstützend kann der betroffene Muskel gleichzeitig in die Dehnung gebracht und so mobilisiert werden.

Spray and Stretch

Bei dieser Technik wird der betroffene Muskel in maximale aber für den Patienten schmerzfreie Vordehnung gebracht. Anschließend sprüht der Therapeut mit einem kühlenden Spray sowohl den Muskel, in dem der Triggerpunkt liegt, als auch dessen Ausstrahlungsgebiet ein. Nach dem Einsprühen wird der Muskel etwa fünf Mal postisometrisch gedehnt, d.h. der Patient spannt ihn in der Dehnung mit wenig Kraft an.

Trockenes Nadeln (Dry Needling)

Beim Dry Needling sticht ein speziell ausgebildeter Therapeut mit einer sterilen Akupunkturnadel mehrfach in den Triggerpunkt und bewegt diese auf und ab. Der Begriff dry (trocken) kommt daher, dass bei dieser Behandlungsform kein Medikament gespritzt wird. Die Nadel ist also trocken.

Neuraltherapie

Im Gegensatz zum Dry Needling wird bei der Neuraltherapie ein Medikament in den Triggerpunkt gespritzt. Das können sowohl Lokalanästhetika als auch Mittel zur Entspannung der Muskulatur sein.

Wie kann man Triggerpunkte selbst behandeln?

Der Ansatz, bei Verspannungen und Schmerzen die Faszien zum Beispiel mithilfe von Faszienrollen zu massieren, ist inzwischen sehr weit verbreitet. Je nach Körperzone lassen sich auch Triggerpunkte mit Faszienrollen oder Bällen behandeln. Um tiefliegende Triggerpunkte zu erreichen, reichen diese Hilfsmittel jedoch häufig nicht aus.

Um selbstständig tiefliegende Triggerpunkte massieren oder drücken und somit aufzulösen zu können, bieten verschiedene Hersteller kegelförmige Hilfsmittel an, die quasi die Daumen oder Ellbogen des Physiotherapeuten ersetzen und in allen Körperbereichen angewendet werden können.

Ich verwende hierzu schon länger die Trigger von TMX. Dazu unten mehr.

Triggerpunktbehandlung: Meine Erfahrungen

Für mich war die Triggerpunktbehandlung eine wirkliche Offenbarung. Nachdem ich die wirklich schlimmen Schmerzen infolge meines Bandscheibenvorfalls mithilfe von CT-PRT-Spritzen in den Griff bekommen hatte, machte ich im Anschluss in der Reha zunächst nur sehr kleine bis keine Fortschritte. Ich hatte immer noch mit recht starken Ischias-Schmerzen zu kämpfen.

Schließlich erkannte eine meiner Physiotherapeutinnen, dass der Ischias höchstwahrscheinlich gar nicht mehr durch den Bandscheibenvorfall an sich, sondern durch einen extrem verspannten Piriformis-Muskel gereizt wurde.

Dazu muss man wissen, dass der Ischias im Gesäßbereich quasi durch den Piriformis hindurch verläuft. Mehr dazu erkläre ich hier. Diese Erkenntnis war der Wendepunkt in meiner Therapie. Mit der Hypothese, dass sich infolge von Abwehrspannungen gegen den Bandscheibenvorfall ein Triggerpunkt im Bereich meines Piriformis gebildet hatte, fingen wir mit einer gezielten Triggerpunktbehandlung an und erzielten bereits mit der ersten Therapiestunde große Erfolge. In den darauffolgenden zwei Wochen konnten wir den hartnäckigen Triggerpunkt lösen und meine Schmerzen reduzierten sich deutlich.

Die Behandlungen waren harte Arbeit für mich und meine Therapeutin. Während meine eher zierlich gebaute Physiotherapeutin mit dem Ellenbogen den Triggerpunkt drückte und den Muskel gleichzeitig durch gezielte Dehnung mobilisierte, litt ich während der Behandlung teils unter großen Schmerzen. Nach 20 Minuten Behandlung war ich nass geschwitzt und völlig fertig. Im Anschluss ging es mir aber jedes Mal besser.

Um die Triggerpunktbehandlung auch zuhause durchführen zu können, besorgte ich mir in Absprache mit meinen Physiotherapeuten und meinem Osteopathen Trigger von TMX. Mit ihnen kann man Triggerpunkte und Faszien recht einfach auch ohne Therapeuten selbst behandeln.

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Mein Piriformis meldet sich, je nachdem was ich mache, regelmäßig. Immer wenn das passiert, behandele ich ihn nun mithilfe des Triggers selbst und kann bislang die Probleme damit fast immer lösen. Die Behandlung läuft in etwa so:

  1. Triggern: Man sucht den Triggerpunkt und drückt ihn eine Zeit lang. Ich drücke ihn meist ca. 3 Minuten bzw. bis der Schmerz spürbar nachlässt. Um den Piriformis zu triggern setzt man sich am besten direkt mit der schmerzenden Stelle auf den Trigger drauf.
  2. Mobilisieren: Anschließend wird der Muskel mobilisiert. Für die Mobilisierung des Piriformis bleibt man dazu auf dem Trigger sitzen und lässt das angewinkelte Bein nach außen fallen und wiederholt diese Bewegung mehrfach.
  3. Dehnen: Zum Abschluss dehnt man den Muskel. Für den Piriformis eignet sich die Taube hervorragend. Das ist eine Stellung aus dem Yoga.

Auf der Seite von TMX gibt es zu für alle Schmerzbereiche entsprechende Übungen, die in Videos erklärt werden.  Probiert es mal aus. Für mich sind sie aus dem Alltag gar nicht mehr wegzudenken.

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