CT-PRT: Meine Erfahrungen mit den Spritzen

Mit 36 Jahren erlitt ich infolge einer unachtsamen Bewegung beim Krafttraining einen sequestierten Bandscheibenvorfall L5/S1. Meine zunächst nur mäßigen Schmerzen eskalierten innerhalb von einigen Wochen derart, dass ich mich schlussendlich ins Krankenhaus begeben musste. Obwohl mir ein Arzt dringend zu einer Bandscheiben-Operation riet, entschied ich mich für eine stationäre konservative Therapie im Krankenhaus. Ich wollte die Operation an der Wirbelsäule unbedingt vermeiden.

Neben der Physiotherapie waren sogenannte CT-PRT-Spritzen Kernelement meiner Therapie. Ich konnte mit diesem Verfahren tatsächlich große Erfolge erzielen und eine Bandscheiben-Operation vermeiden. Auf dieser Seite möchte ich dir meine Erfahrungen mit CT-PRT-Spritzen schildern. Dazu erkläre ich dir kurz, was CT-PRT-Spritzen überhaupt sind und erzähle dann, wie ich die CT-PRT erlebt habe und was sie bei mir bewirkt haben.

Was war noch gleich der Computertomograph (CT)?

Die Computertomographie ist eine Röntgenmethode, bei der die Messeinrichtung um den Patienten herum bewegt werden kann. Mithilfe eines Computers ist es so möglich, aus den einzelnen Aufnahmen Schnittbilder des menschlichen Körpers zu erzeugen.

Was sind CT-PRT?

Bandscheibenvorfälle reizen häufig die Nervenwurzeln der an der Wirbelsäule aus dem Rückenmark austretenden Nerven und verursachen teils starke Schmerzen, die oft in die Extremitäten ausstrahlen.

Wenn konservative Behandlungen wie z.B. Schmerztabletten, Wärme- oder Elektrotherapie, Krankengymnastik, mechanische Traktion usw. nicht die gewünschten Erfolge erzielen, können CT-PRT helfen.

Die CT-PRT oder CT-gesteuerte periradikuläre Therapie (periradikulär = „um eine Wurzel herum“) ist eine gezielte Behandlung der betroffenen Nervenwurzeln, die an der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule durchgeführt werden kann.

Dazu wird unter CT-Steuerung eine dünne Kanüle bis unmittelbar an die betroffene Nervenwurzel vorgeschoben. Durch  die Kanüle können dann verschiedene Medikamente direkt an die Nervenwurzel gespritzt werden. Gegen den Schmerz werden Lokalanästhetika verwendet. Zur Entzündungshemmung kann ein lokal wirksames Kortisonpräparat verabreicht werden.

Durch die Kontrolle mithilfe des CT gelingt es, die Medikamente präzise an die betroffene Nervenwurzel -und nur dorthin- heranzubringen.  So kann beispielsweise Kortison verhältnismäßig gering dosiert werden und es wirkt auch nur lokal an dieser Stelle und nicht im ganzen Körper. Je nach Beschwerden wird  die Therapie 4 bis 8 Mal wiederholt.

Wie läuft eine CT-PRT ab?

Wie der Ablauf einer solchen CT-PRT möchte ich euch nun aus meiner eigenen Sicht erläutern. Während meines Krankenhausaufenthalts erhielt ich vier solcher Spritzen (jeweils zwei an den Nervenwurzeln der Wirbel L5 bzw. S1 auf der linken Seite) und konnte somit einige Erfahrung mit diesem Verfahren sammeln.

Zugegeben: Ich war vor meiner ersten CT-PRT doch etwas aufgeregt. Im Gespräch mit meinem Arzt vor der Aufnahme im Krankenhaus erläuterte er mir das Verfahren und erklärte mir auch die möglichen Nebenwirkungen bzw. Risiken. Darunter fallen natürlich einerseits Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente und Risiken, die das Verfahren an sich mitbringt. Das können u.a. sein (Liste natürlich nicht vollständig):

  • Nebenwirkungen durch Kortison oder der eingesetzten Lokalanästhetika
  • Verletzung von Nervengewebe
  • Blutungen
  • Schwäche und Taubheitsgefühl
  • Allergische Reaktionen
  • Entzündungen, die durch Hautkeime im Stichkanal entstehen

Da die CT-PRT für mich zunächst eine der wenigen Optionen neben einer Operation waren, spielten diese Nebenwirkungen und Risiken für mich keine allzu große Rolle.

Am Tag vor der ersten Spritze kam mein Arzt noch einmal mit einem Aufklärungsbogen zu mir und erläuterte abermals das Verfahren. Wie bei jedem medizinischen Eingriff musste ich nun für jede CT-PRT per Unterschrift meine Einwilligung geben. Auf dem Aufklärungsbogen standen neben den oben bereits genannten Nebenwirkungen und Risiken nun auch ernstere Dinge wie z.B. Querschnittslähmung. Dies ist aber natürlich eine extrem seltene Nebenwirkung! Aber dennoch: Mit meiner Unterschrift zur Einwilligung in das Verfahren stieg nun auch meine Nervosität an. Am nächsten Morgen sollte es losgehen.

Die CT-PRT lief bei mir in etwas folgendermaßen ab: Nachdem ich einige Zeit vor dem CT-Raum gewartet hatte, riefen mich eine Ärztin und eine Schwester in den CT-Raum und wir besprachen kurz, welche Nervenwurzel behandelt werden sollte. Danach legte ich mich in Bauchlage auf den Tisch und wurde den Kopf voran in den CT hineingefahren. Da ich an der Lendenwirbelsäule behandelt wurde, guckten meine Füße noch ein gutes Stück aus dem CT heraus. Ich leide nicht an Platzangst und die Lage im CT war für mich nicht problematisch. Menschen, die Angst vor Enge haben, sollten sich jedoch im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie sie damit umgehen möchten. Es ist wohl möglich, im Vorfeld Beruhigungsmittel zu bekommen. Für mich stellte sich die Frage jedoch nicht. Ich konnte es gut im CT aushalten.

Die erste Fahrt in den CT diente dazu, die richtige Position für die Kanüle zu finden. Diese wurde dann auf meinem Rücken angezeichnet. Nach einer gründlichen Desinfektion der Einstichstelle wurde dann die Kanüle gesetzt und ich wurde ein zweites Mal in den CT gefahren. Dort wird die exakte Lage Kanüle nochmals per CT-Bild überprüft. Anschließend wurde mir durch die Kanüle ein Lokalanästhetikum und Kortison gespritzt. Das war für mich der unangenehmste Teil, denn die Spritzen verursachten bei mir ein starkes Druckgefühl. Schmerzen hatte ich aber nicht.

Quelle: Wikipedia

Nach einer kurzen Pause, um den Kreislauf zu stabilisieren, konnte ich mit dem Hinweis, dass mein linkes Bein evtl. taub werden würde, zurück in mein Zimmer gehen. Dort legte ich mich hin und ruhte mich aus. Und dann wurden meine Bein wirklich taub. Und zwar so taub, dass ich es nicht mehr bewegen oder spüren konnte. Das war auf der eine Seite beängstigend. Auf der anderen Seite war es aber das erste Mal seit Wochen, dass ich keine Schmerzen hatte. Rückblickend klingt das vielleicht komisch. Aber ich genoss die Zeit mit meinem gelähmten Bein und guckte eine Etappe der Tour de France.

Quelle: Klinik für diagnostische Radiologie Magdeburg – Universitätsklinikum Magdeburg, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10045644

Welche Erfahrungen habe ich mit CT-PRT gemacht? Mein Fazit

Insgesamt erhielt ich während meiner Behandlung vier CT-PRT. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass die Spritzen bei mir die Operation an der Bandscheibe verhindert haben. Die Nervenwurzel am Wirbel S1 reagierte sehr gut auf die Behandlung und die Schmerzen in dem durch diese Nervenwurzel versorgten Gebiet ließen innerhalb der nächsten zwei Tage nach der Behandlung deutlich nach. Die Nervenwurzel am Wirbel L5 reagierte nicht ganz so gut auf die Spritzen. Der Schmerz wurde zwar besser, war nach den Behandlungen aber immer noch recht stark. Immerhin konnte ich nach den CT-PRT an der Nervenwurzel L5 aber intensiver in der Physiotherapie arbeiten und kam dadurch große Schritte voran.

Die CT-Spritzen sind unangenehm, keine Frage. Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber ich reagierte immer recht stark auf die Spritzen und war bei allen einen ganzen Tag ausgeschaltet. Mein Bein wurde so taub, dass ich es gar nicht mehr spürte und nur noch liegen konnte. Auch nach Stunden konnte ich nur am Rollator aufstehen. Den Preis bezahlte ich aber gerne, denn der Nutzen, den ich durch die Spritzen hatte, war groß.

Rückblickend würde ich es definitiv wieder so machen. Bevor eine Bandscheiben-Operation durchgeführt wird, würde ich die Option CT-PRT auf jeden Fall in Betracht ziehen. Sollte das Verfahren keinen Erfolg bringen, kann man danach immernoch weitersehen und weitere Schritte planen.

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